In Kürze könnt Ihr hier meine Podcast-Folgen anhören: Durch die Augen der Schamanin – der Podcast, der Themen und Aspekte aus schamanischer und umfassender Perspektive beleuchtet, Euch Wissen zu den größeren Zusammenhängen vermittelt und Euch hilfreiche Tipps geben soll, Euer Leben wach zu gestalten.

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Aus aktuellem Anlass findet Ihr hier ausnahmsweise auch zwei schriftliche Blog-Beiträge:
21. März 2020:
Weil ich bereits mehrfach gefragt worden bin, wie ich über den Corona-Virus und die Auswirkungen denke, habe ich mich entschieden, ein paar Sätze aus meiner Wahrnehmung heraus zu schreiben.

Die Prophezeiungen der Inka sprechen von Pachakuti, Pacha bedeutet „Erde“, Kuti bedeutet „die Dinge richtig setzen“; Pachakuti ist der, der die Dinge auf den Kopf stellt. Die Q´eros, die letzten der Inka-Linie, glauben daran, dass sich die Tore zwischen den Welten in diesen Zeiten wieder öffnen.

Sie haben bereits lange davon gesprochen, dass die neuen Hüter der Erde aus der westlichen Welt kommen werden, und dass diese den größten Einfluss auf Mutter Erde haben und die Verantwortung, ihre (unsere) Beziehung zu Mutter Erde zu erneuern – nachdem wir auch uns selbst erneuert haben.

Die Prophezeiungen sprechen von einem Ende der Zeit, wie wir sie kennen, sprechen von großen Veränderungen und damit einhergehenden stürmischen Zeiten, während die alten Strukturen wegbrechen und wir die Gelegenheit bekommen, uns nicht mehr an der Vergangenheit zu orientieren, sondern an dem, wer wir sein und werden können.

Die Hopi haben lange davon gesprochen, dass dies die Stunde ist, in der wir bedenken müssen, wie wir leben, was unsere Beziehungen sind und ausmacht, ob wir in der richtigen Beziehung sind mit den Dingen, wie in diesen Worten eines dem Namen nach nicht bekannten Hopi-Ältesten:

 „Kennt Euren Garten. Es ist Zeit, Eure Wahrheit auszusprechen. Gestaltet Eure Gemeinschaft. Seid gut zueinander. Und sucht nicht außerhalb von Euch selbst nach dem Führer.“… „Der Fluss fließt nun sehr schnell. Er fließt nun so schnell, dass es die geben wird, die Angst haben. Sie werden versuchen, sich am Ufer festzuhalten. Sie werden sich verloren fühlen und sehr leiden. Wisst, dass der Fluss seiner Richtung folgt. Die Ältesten sagen, wir müssen in die Mitte des Flusses schwimmen, unsere Augen offen halten und den Kopf über Wasser.“…
„Die Zeit des einsamen Wolfs ist zu Ende. Versammelt Euch! Lasst das Wort Anstrengung aus Eurer Haltung und Eurem Vokabular verschwinden. Alles, was wir jetzt tun, muss als heiliger Akt und festlich getan werden.

Wir sind die, auf die wir gewartet haben.“

Wir befinden uns inmitten dieser stürmischen Zeiten, die längst vor dem Ausbruch des Corona-Virus begonnen haben, mit Kriegen in Syrien und an anderen Orten dieser Erde, die unzählige Menschen in Not und auf die Flucht bringen, mit Diktatoren an allen Ecken der Erde, mit Feuern in Australien, die Milliarden Tiere, Bäume und Pflanzen das Leben kosten, mit Schlachthäusern, in denen täglich Tausende von Tieren qualvoll sterben, mit dem durch uns Menschen gemachten Klimawandel, der unzählige Arten aussterben lässt… und so vielem mehr.

Nichts davon hat uns als Kollektiv wirklich innehalten lassen, hat uns uns erschüttern  und unserer Erschütterung Taten folgen lassen.
Nichts hat ausgereicht, um uns als Kollektiv fühlen zu lassen, dass uns alles angeht, dass wir in Wahrheit von nichts getrennt sind, dass alles Einfluss auf uns hat.
Und dass wir die Hüter sind, und nicht die Herrscher über diesen prachtvollen Garten und die ganze Schöpfung; die Hüter, die Sorge tragen für alle Wesen.

Wir können schon jetzt das Gold sehen in diesem Geschehen, die Atempause (und hoffentlich viel mehr als nur eine Atempause), die der Ausbruch des Corona-Virus Mutter Erde und der Natur verschafft: Blauer Himmel statt Smog über vielen Städten in China und anderswo, Delphine in den Häfen von Italien und blaues Wasser und zurückkehrende Fische in den Kanälen Venedigs, Balkonkonzerte, überraschend freie Zeit. Ein Aufatmen für die Natur und ein Aufatmen für uns Menschen in unserem sonst so sehr von Tun und Zeitdruck geprägtem Alltag.

Das Leben auf der Erde folgt Zyklen, und wir befinden uns im Umschwung von einer mehr männlichen und vom Tun geprägten hin zu einer mehr weiblichen und vom Sein geprägten Energie in unserer Lebensweise.

 Wie wichtig ist uns unsere Arbeit, und aus welchen Gründen, wie sehr hängen wir am Geld als scheinbarer Sicherheit, und an der Sicherheit überhaupt, wie verbringen wir unsere Zeit, welche Dinge sind wirklich von Bedeutung, und welche Beziehungen? Was brauchen wir wirklich, um gut zu leben? All diese Fragen zwingt uns der Ausbruch des Corona-Virus auf. Was sind unsere Prioritäten, wie wollen wir leben? Können wir Stille aushalten, uns ihr hingeben? Können wir Innenschau betreiben, unsere Aufmerksamkeit vom Außen ins Innere verlagern, um wirklich anwesend zu sein?

In diesen Zeiten seid so anwesend wie möglich. Seid wach und handelt wach und umsichtig, auf jeder Ebene:
Auf Schlangen-Ebene, der Ebene der phyischen Realität, in praktischer Fürsorge für Euch, Euren Körper und für die anderen. Dazu ist schon vieles Gute und Wichtige gesagt, das wisst Ihr alles schon: Vitamin C und D einnehmen, Hände waschen, körperlich Abstand halten…
Auf Jaguar-Ebene, der Ebene der Gedanken und Emotionen, klärt Euren emotionalen Ballast, räumt in Euch auf mit allen Wegen und Techniken, die Euch zur Verfügung stehen, lasst es dabei leicht bleiben, macht von diesen Dingen, wonach Euch wirklich ist. Erlöst auftauchende Ängste, Ärger, Urteile, um zum einen Euer Immunsystem auch von hier aus zu stärken und zum anderen, um hilfreiche Frequenzen auszusenden, Quellen des Lichts zu sein in dieser Zeit.
Auf Kolibri-Ebene, der Ebene der Seele, gebt Euch dieser heiligen Reise hin, erklärt Euch einverstanden, und nehmt Euren Platz als Erdenhüter ein so sehr Ihr könnt.
Auf Adler-Ebene, der Ebene der Energie und größten Zusammenhänge, kreiert Zeremonien, macht Feuer, um alte Energien zu erlösen, gebt Gebete hinein, setzt Euch in die Stille, wenn Ihr könnt, werdet Stille…

Erkennt Euch als die Stille, die Ihr seid.

Und zuletzt: Hold the vision, trust the process – in Euch haltet die Vision davon, wie das Leben auf diesem kostbaren Planeten aussehen kann, lasst uns diese Vision gemeinsam ins Dasein träumen, unsere Aufmerksamkeit darauf ausrichten statt auf wenig nährende Ideen.  Und vertraut dem Leben, dieser Weisheit, die so viel größer ist als die unseres eigenen doch so kleinen Verstandes.
Und möge alles, was hier geschieht, zum Höchsten Wohle aller sein.

Ahe.

28. März 2020:
Ich habe im letzten Newsletter bereits von den Prophezeiungen der Inka und der Hopi gesprochen, die die Zeitenwende lange angekündigt haben, inklusive des Weg- und Aufbrechens der alten Strukturen.

Die Frage nach unserer Vision, die Frage danach, wie wir als Kollektiv leben wollen, erscheint wichtiger denn je.

Auf allen Ebenen, d.h. der physischen, der Ebene der Gedanken und Emotionen, der Ebene unserer Seele bzw. unseres innersten Wesens und auf der Ebene der größten Zusammenhänge müssen wir wach sein und wach agieren.
Wie die Schamanen seid selbst-referentiell – d.h. in Euren Haltungen und Entscheidungen auf Euch selbst, auf Euer innerstes Wesen bezogen, lasst Euch nicht oder so wenig wie möglich und so kurz wie möglich irritieren von Stürmen, Panik und Panik-Verbreitung im Außen, und besinnt Euch immer wieder auf das, was sich für Euch wahr anfühlt.
Auf praktisch-physischer Ebene sorgt für Euch und Euren Körper, für alle Menschen und alle Wesen – prüft, wer Eure Hilfe braucht und wo und wie Ihr solidarisch sein könnt. In Schönheit auf der Erde zu wandeln, Erdenhüter zu sein, wie die schamanischen Traditionen es uns lehren, bedeutet Fürsorge für alles, was auf der Erde lebt. In diesen Tagen, wohin könnt Ihr Euch ausstrecken, wohin und auf welche Weise fließt Eure Solidarität? Was habt Ihr zu geben? Was möchtet Ihr geben?
Auf der Ebene des Verstandes handelt so wach wie möglich, indem Ihr immer wieder prüft, was Euch wahr erscheint, sowohl im Außen als auch im Inneren. Erlaubt Euch, keine voreiligen Schlüsse zu ziehen, sondern immer wieder das, was wahr zu sein scheint, in Frage zu stellen, das gilt für Eure Gedanken- und Glaubensmuster und emotionalen Stürme genauso wie für das, was von außen auf Euch einfließt.

Und verliert nie die größeren Ebenen aus den Augen, die von Spirit, die des Lebens selbst, die der Kraft hinter allen Kräften. Verliert nicht die spirituelle Dimension dieses Geschehens aus den Augen; immer wieder erlaubt Euch, durch die Augen des Adlers zu sehen, um die größeren Zusammenhänge zu erkennen.

Die irdische Ebene und die spirituelle Ebene müssen in uns Hand in Hand gehen – Spiritualität abgetrennt von der irdisch-menschlichen Erfahrung lässt uns zu Fanatikern werden oder zu spirituellen Leichen am Wegesrand, die in Gleichgültigkeit und Passivität versinken und nicht mehr mitgestalten. Es gibt einen großen Unterschied zwischen Passivität und wacher Anwesenheit. Und irdisch-menschliches Dasein ohne die spirituelle Dimension lässt uns gerade in herausfordernden Zeiten in Pessimismus, die Dunkelheit des Verstandes und Sinnlosigkeit verfallen, ohne Vertrauen in den größeren Prozess.

Bleibt wach, bleibt verbunden, bleibt im Vertrauen und in Eurer Kraft.
Und möge alles, was hier geschieht, zum Höchsten Wohle aller sein.
Ahe.