Borderline-Erkrankung

Die schon im Jugendalter und häufig in Folge von Traumatisierung entstehende Borderline-Störung ist eine schwerwiegende Erkrankung, die die Betroffenen selbst und deren soziales Umfeld häufig an die Grenzen der emotionalen Belastbarkeit bringt.
Kern dieser heute auch so genannten emotional instabilen Persönlichkeit sind Erlebens- und Verhaltensweisen, die jeder Mensch in gewissem Maße kennt, meist jedoch nicht so stark, dass das Leben dadurch erschwert wird.

Zu den häufigsten Symptomen gehören extreme Stimmungsschwankungen und Ängste, Gefühle innerer Leere und innerer Hochspannung, oft auch Unwirklichkeitsgefühle und das Gefühl, sich selbst nicht spüren zu können, Gefühlswirrwarr oder –überflutung, sowie ein impulsives und selbstverletzendes Verhalten, ein stark schwankendes Selbstwertgefühl und Schwarz-Weiß-Denken.

Viele Betroffene sind sehr sensibel, fürchten sich vor Verletzungen und Verlassenwerden, was zu anhaltenden Krisenzuständen und immer wiederkehrenden Problemen in Beziehungen führen kann.

Viele Menschen mit einer Borderline-Erkrankung sind eine Art von Lebenskünstlern: Sie haben trotz hoher innerer Anspannung, impulsiver und destruktiver Verhaltensmuster gelernt, ihr Leben zu meistern. All die destruktiven Verhaltensmuster sind Strategien, mit Krisen und Schmerz besser umgehen zu können. Gerade z. B. die Symptomatik, sich selbst nicht zu spüren, hilft den Betroffenen über einen inneren Krisenzustand hinweg. Und die hohe Sensitivität aller Borderline-Betroffenen spricht für ihre ausgeprägte Fähigkeit, Ungereimtheiten und Widersprüchlichkeiten wahrzunehmen, noch bevor diese in Worte gefasst werden können.